In einigen Wochen wird der deutsche Bundestag darüber abstimmen,
ob die Einsätze der Bundes-wehr in Afghanistan fortgeführt,
modifiziert oder ganz eingestellt werden sollen. Jüngste Mei-nungsumfragen
belegen, dass zwei Drittel der Bundesbürgerinnen und Bundesbürger
gegen eine Fortsetzung der militärischen Präsenz in dem vermehrt
von Attentaten heimgesuchten Land sind.
Umso mehr überraschen die entschlossenen Äuße-rungen
von Mitgliedern der Regierungskoalition, wonach an dem militärischen
Auftrag „im Interes-se unserer eigenen Sicherheit“ unbedingt
fest-gehalten werden müsse. Vereinzelt ist sogar von einer Aufstockung
der Truppen und der Polizei-kräfte die Rede. Ein Rückzug
aus dem zerrütteten Land zum jetzigen Zeitpunkt sei nicht zu verant-worten,
solange der afghanische Staat nicht allein für ein Mindestmaß an
Stabilität sorgen könne.
In der Veranstaltung wird es vor allem um die Frage gehen, ob die
Präsenz ausländischer Trup-pen zum Schutz einer Regierung,
deren Unterstüt-zung durch die Bevölkerung von Tag zu Tag
ab-nimmt, beim Aufbau ziviler Strukturen hilfreich sein kann oder diesen
eher behindert.
Vier fachkundige Gäste werden als Einstieg ihre Standpunkte zu
dieser Frage darlegen:
Nabila Karimi-Alekozai, afghanische Mitarbeiterin der
Deutschen Welle,
Yahya Wardak, Leiter des Afghanic, Afghanistan Information
Center,
Herbert Sahlmann, Entwicklungsexperte und langjähriger
leitender Mitarbeiter des BMZ, zuletzt in beratender Mission für
die Bundesregierung in Afghanistan tätig,
Prof. Dr. Albert Fuchs, Mitglied des Bonner Friedensbündnisses
und Redaktionsmitglied der Zeitschrift „Wissenschaft & Frieden“.
Stellvertretend für Pro- und Contra-Positionen in der deutschen
Parteienlandschaft werden zu Beginn der Veranstaltung schriftliche
Stellungnahmen des Bonner Bundestags-abgeordneten Ulrich Kelber (SPD)
sowie des außenpolitischen Sprechers der Partei Die Linke, Prof.
Dr. Norman Paech, zur Kenntnis gegeben. Auch die Ergebnisse des
Sonderparteitages von Bündnis 90/Grünen vom 15. September
werden in die Diskussion einfließen.
Die Moderation der Veranstaltung wird Frau Karin Leukefeld (Bonner
Journalistin mit Schwerpunkt Naher und Mittlerer Osten) übernehmen.
Der Eintritt ist frei.