Flugblatt des Bonner Friedensbündnisses: Drohkulisse gegen den Iran - Desinformation wir vor dem Irakkrieg (18.3.2006)

Vortrag und Diskussion mit Felicia Langer:
Israel - Ist der Frieden noch möglich

Freitag, 15. Juni 2007, 19 Uhr
Großer Hörsaal 17, Uni-Hauptgebäude
(direkt am Hofgarten)

Download: Handzettel

Die israelische Menschenrechtsanwältin, Trägerin des alternativen Friedensnobelpreises und des Erich-Mühsam-Preises, wird zu dem Thema "Israel - Ist der Frieden noch möglich" Rede und Antwort stehen.

Veranstaltet von: AStA der Universität Bonn, Bonner Friedensbündnis, Offene Uni Bonn

Felicia Langer:

Seit 1990 lebt Felicia Langer, die aus Polen stammende Jüdin, die vor den Nazis fliehen musste, mit ihrem Mann in Deutschland. Mieciu Langer hatte fünf Konzentrationslager durchlitten und war 1945 bei Kriegsende mehr tot als lebendig gerettet worden. 1949 hatten die beiden in Polen geheiratet. Kurz darauf wanderten sie nach Israel aus.

1959, als ihr Sohn Michael sechs Jahre alt war, begann Felicia Langer ihr Jurastudium; 1965 wurde sie als Rechtsanwältin zugelassen. Sie sah ihre Aufgabe darin, die Unterprivilegierten in Israel zu verteidigen. Der Sechs-Tage-Krieg 1967 war der Wendepunkt in ihrem Leben. Sie begann, Palästinenser vor israelischen Militärgerichten zu vertreten, kämpfte gegen Enteignung, Häuserzerstörung, Deportation, Folter etc. Aus ihren Tagebuchnotizen entstanden ihre ersten Bücher:

"With my own eyes" (Mit eigenen Augen, 1974), "These are my brothers" (Diese sind meine Brüder, 1979), "From my diary" (1980), "The story written by the people" (1981), "An age of stone" (Die Zeit der Steine, 1988). Ihre Bücher sind in vielen Sprachen erschienen.

1990 schloss sie ihre Kanzlei aus Protest, weil das Justizsystem zur Farce geworden war, und übersiedelte nach Deutschland, wo sie Lehraufträge an den Universitäten in Bremen und Kassel übernahm. Nach wie vor streitet sie für die Menschenrechte und einen gerechten Frieden in Nahost, will eine Brücke zwischen Israelis und Palästinensern bauen. Sie schreibt weiterhin Bücher und Artikel, hält Lesungen und Vorträge, gibt Interviews und beteiligt sich an Diskussionen. Außerdem engagiert sie sich in Vereinen und Stiftungen, die das Ziel haben, Palästinensern zu helfen.

Für ihr unermüdliches und unerschrockenes Engagement erhielt sie zahlreiche Preise und Auszeichnungen. Besonders wichtig sind ihr die folgenden:

1990 wurde sie mit dem Alternativen Nobelpreis, dem Right Livelihood Award ausgezeichnet. 1991 ehrte sie die Bruno-Kreisky-Stiftung für Verdienste um die Menschenrechte. 1990 wurde sie Ehrenbürgerin der Stadt Nazareth. Anlässlich des 50-jährigen Bestehens des Staates Israel wurde sie 1998 von der israelischen Zeitschrift "You" zu einer der 50 bedeutendsten Frauen der israelischen Gesellschaft gewählt.

2005 wurde ihr der Erich-Mühsam-Preis verliehen.